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Aktualisiert am:
March 13, 2026

Net Zero vs. Klimaneutralität: Unterschied, Claims und was Unternehmen jetzt wissen müssen

Autor:in:
Dr. Christine Rzepka

Die wichtigsten Erkenntnisse aus diesem Artikel

  • Ab September 2026 verbietet die EmpCo produktbezogene Klimaneutralitäts-Claims, die ausschließlich auf CO₂-Kompensation beruhen. Wer das ignoriert, riskiert Abmahnungen und Reputationsschäden.
  • Climate Claims müssen in zwei Dimensionen gedacht werden: nach ihrer Art (Compensation vs. Contribution) und nach ihrer Ebene (Produkt vs. Unternehmen). Die Ebene bestimmt, welche Regularien greifen und welche Lösung die richtige ist.
  • Auf Produktebene ist die Antwort auf die EmpCo nicht Net Zero, sondern entweder eine nachgewiesene Emissionsreduktion im Produktlebenszyklus oder ein Contribution Claim, der Klimaschutz als Zusatzbeitrag ausweist.
  • Net Zero nach SBTi ist ein Unternehmensrahmen, kein Produktstandard. Er gibt die strategische Richtung auf Organisationsebene vor, mit Reduktionspflichten von mindestens 90 bis 95 Prozent über alle Scopes.
  • Wer Produkt- und Unternehmensebene in der Klimakommunikation vermischt, schafft Angriffsfläche, regulatorisch und reputativ.

In zwei Wochen, am 27. März 2026, läuft die Umsetzungsfrist der EU-Richtlinie „Empowering Consumers" (EmpCo) ab. Was viele Unternehmen bislang als abstrakte Ankündigung aus Brüssel behandelt haben, wird dann zu geltendem deutschen Recht. Ab September 2026 greift das Verbot vollständig: Wer ein Produkt als „klimaneutral" bewirbt, obwohl diese Aussage allein auf dem Kauf von Emissionsgutschriften basiert, verstößt gegen das Wettbewerbsrecht und riskiert Abmahnungen, Bußgelder und Reputationsschäden.

Die Zeit zum Abwarten ist vorbei. Klimakommunikation, Produktkennzeichnung und Beschaffungsentscheidungen müssen jetzt auf den Prüfstand. Sechs Monate bis zur vollen Wirksamkeit klingen nach Puffer, sind es aber nicht, wenn Produktverpackungen, Marketingmaterialien und interne Freigabeprozesse angepasst werden müssen.

Gleichzeitig verschieben sich die Erwartungen von Investoren, Einkäufern und Kunden. Wer weiterhin mit bilanzieller Kompensation arbeitet und das als „neutral" verkauft, argumentiert rückwärts, während der Markt sich nach vorne bewegt. In diesem Artikel erklären wir, was der Unterschied zwischen Klimaneutralität und Net Zero wirklich bedeutet, welche regulatorischen Änderungen konkret auf Unternehmen zukommen und welche Antwort auf welcher Ebene die richtige ist.

Was ist ein Climate Claim, und wie muss er gedacht werden?

Ein Climate Claim ist jede öffentliche Aussage zur Klimawirkung eines Unternehmens oder Produkts. Typische Beispiele: „klimaneutral produziert", „CO₂-kompensiert" oder „Net Zero bis 2040". Was auf den ersten Blick ähnlich klingt, unterscheidet sich in zwei wichtigen Dimensionen: der Art des Claims und seiner Ebene.

Dimension 1: Art des Claims, Compensation oder Contribution?

Ein Compensation Claim sagt: Unsere Emissionen werden durch den Kauf von CO₂-Zertifikaten ausgeglichen. Die Emissionsstruktur selbst bleibt unverändert. Dieses Modell gerät regulatorisch unter Druck.

Ein Contribution Claim sagt: Wir reduzieren unsere Emissionen aktiv und leisten darüber hinaus einen zusätzlichen Klimaschutzbeitrag, etwa durch die Finanzierung von Waldumbauprojekten. Die Trennung zwischen Reduktion und Zusatzbeitrag ist dabei explizit. Dieser Ansatz verschiebt die Erzählung: vom Ausgleich zur Verantwortung.

Dimension 2: Ebene des Claims, Produkt oder Unternehmen?

Genauso wichtig wie die Art des Claims ist die Frage, auf welcher Ebene er gemacht wird. Ein produktbezogener Claim bezieht sich auf ein einzelnes Gut oder eine Dienstleistung: „Dieses Produkt ist klimaneutral hergestellt." Ein unternehmensbezogener Claim betrifft die Gesamtstrategie: „Wir streben Net Zero bis 2040 an."

Diese Unterscheidung ist nicht akademisch. Sie bestimmt, welche regulatorischen Anforderungen gelten, welche Beweislast damit verbunden ist und welche Lösung überhaupt infrage kommt. Produktclaims werden ab 2026 deutlich strenger geprüft als Unternehmensaussagen. Wer die Ebene seines Claims nicht kennt, kann nicht einschätzen, ob er auf sicherem Grund steht.

Warum beide Dimensionen zusammen entscheiden

Erst die Kombination beider Dimensionen zeigt das tatsächliche Risiko und den richtigen Weg heraus. Ein Compensation Claim auf Produktebene, also „dieses Produkt ist klimaneutral durch CO₂-Zertifikate", ist ab September 2026 rechtlich nicht mehr haltbar. Ein Contribution Claim auf Unternehmensebene, etwa „wir reduzieren unsere Emissionen nach SBTi-Zielpfad und finanzieren zusätzlich Waldumbauprojekte", ist dagegen regulatorisch robust und kommunikativ glaubwürdig.

Die strategische Grundfrage lautet daher nicht mehr nur: Was kommunizieren wir? Sondern: Auf welcher Ebene, und mit welcher Grundlage?

Der Unterschied zwischen Klimaneutralität und Net Zero

Nachdem klar ist, welche Arten und Ebenen von Claims es gibt, stellt sich die strategische Frage nach den Grundlagen dahinter. Hier trennen sich Klimaneutralität und Net Zero fundamental, nicht nur inhaltlich, sondern auch nach der Ebene, auf der sie operieren.

Klimaneutralität: Bilanzieller Ausgleich, auf Produkt- oder Unternehmensebene

Ein Unternehmen emittiert beispielsweise 10.000 Tonnen CO₂ pro Jahr, kauft Zertifikate in gleicher Höhe und weist in der Bilanz „null" aus. Die reale Emissionsstruktur ändert sich nicht. Klimaneutralität kann auf Unternehmens- oder Produktebene kommuniziert werden und wurde in der Praxis besonders häufig als Produktclaim eingesetzt: „Diese Verpackung ist klimaneutral."

Als Standard gilt heute ISO 14068-1, der den zurückgezogenen PAS 2060 ablöst. Klimaneutralität setzt keine verbindliche Reduktionspflicht voraus. Scope-3-Emissionen, also die Emissionen aus der gesamten Lieferkette, werden häufig nicht einbezogen. Das macht das Konzept kurzfristig erreichbar, aber langfristig angreifbar, besonders auf Produktebene.

Net Zero: Systematische Reduktion, ausschließlich auf Unternehmensebene

Net Zero ist ein Unternehmensrahmen, kein Produktstandard. Er bezieht sich auf die gesamte Organisation, nicht auf einzelne Güter oder Dienstleistungen. Unternehmen müssen Scope-1-, Scope-2- und Scope-3-Emissionen um mindestens 90 bis 95 Prozent gegenüber einem Basisjahr reduzieren. Nur die dann noch verbleibenden, unvermeidbaren Restemissionen dürfen neutralisiert werden.

Der Rahmen dafür ist der Net Zero Standard der Science Based Targets initiative (SBTi). Er fordert wissenschaftsbasierte Zielpfade, transparente Fortschrittsberichterstattung und einen Zeithorizont bis 2050. Kompensation ist erlaubt, aber nur ergänzend und erst dann, wenn die eigene Emissionsreduktion weit fortgeschritten ist. Einen anerkannten Net-Zero-Standard auf Produktebene gibt es nicht.

Die wichtigsten Unterschiede im Überblick

Kriterium Klimaneutralität Net Zero
Kernprinzip Bilanzieller Ausgleich durch Kompensation Systematische Reduktion, nur Restemissionen neutralisieren
Scope-Abdeckung Häufig nur Scope 1 und 2 Scope 1, 2 und 3 (gesamte Wertschöpfungskette)
Rolle der Kompensation Zentrales Instrument Nur für unvermeidbare Restemissionen (nach mind. 90–95 % Reduktion)
Standardbasis PAS 2060 (zurückgezogen), ISO 14068-1 SBTi Net Zero Standard
Reduktionsanforderung Keine verbindliche Reduktionspflicht Mind. 90–95 % Reduktion gegenüber Basisjahr
Regulatorische Zukunft Zunehmend eingeschränkt (EmpCo ab Sept. 2026) Im Einklang mit regulatorischer Entwicklung
Zeithorizont Kurzfristig erreichbar Langfristiger Transformationspfad bis 2050

Standards und Rahmenwerke: Was zählt wirklich?

SBTi Net Zero Standard

Die Science Based Targets initiative (SBTi) ist der derzeit meistgenutzte Rahmen für Net-Zero-Ziele auf Unternehmensebene. Sie verlangt tiefgreifende Emissionsreduktionen, bevor Kompensation überhaupt eine Rolle spielt. Unternehmen müssen ihre Ziele wissenschaftsbasiert setzen und Fortschritte transparent dokumentieren. Für einzelne Produkte gibt es keinen äquivalenten Net-Zero-Standard. Hier ist eine Lebenszyklusanalyse (LCA) die methodische Grundlage für glaubwürdige Reduktionsaussagen.

Beyond Value Chain Mitigation (BVCM)

BVCM beschreibt Klimaschutzmaßnahmen außerhalb der eigenen Wertschöpfungskette, etwa die Finanzierung von Waldumbauprojekten. Diese Maßnahmen gelten als zusätzlicher Beitrag, nicht als Ersatz für eigene Reduktionspflichten. Genau das ist die Grundlage für Contribution Claims: Die Finanzierung von Waldumbauprojekten kann kommuniziert werden, wenn sie klar als Zusatzbeitrag ausgewiesen wird und nicht als Beleg für die Klimaneutralität eines Produkts.

ISO Net Zero Guidelines

Die ISO IWA 42:2022 bietet einen internationalen Rahmen für Net-Zero-Definitionen auf Organisationsebene. Sie erhöht die Vergleichbarkeit und den Druck auf präzise, belegbare Claims. Die Richtung aller relevanten Standards ist eindeutig: Reduktion zuerst, Kompensation nur ergänzend, und immer klar nach Ebene getrennt.

Was die EmpCo ab 2026 konkret bedeutet

Mit dem Wissen über Claim-Arten und Claim-Ebenen lässt sich die EmpCo-Regulierung klar einordnen. Das Gesetz greift dort, wo das Risiko am größten ist: bei Compensation Claims auf Produktebene.

Ab September 2026 verbietet die EmpCo produktbezogene Klimaneutralitäts-Claims, die ausschließlich auf CO₂-Kompensation beruhen. Wer ein einzelnes Produkt als „klimaneutral" bewirbt, ohne echte Emissionsreduktion im Produktlebenszyklus nachzuweisen, verstößt gegen das Gesetz. Auch allgemeine Begriffe wie „nachhaltig", „grün" oder „umweltfreundlich" sind auf Produktebene nur noch zulässig, wenn eine anerkannte, hervorragende Umweltleistung nachgewiesen werden kann. Eigenentwickelte Labels ohne unabhängige Zertifizierung sind nicht mehr erlaubt.

Unternehmensweite Klimakommunikation, etwa Net-Zero-Ziele oder langfristige Klimastrategien, fällt nicht automatisch unter dasselbe Verbot. Sie muss aber ebenfalls belegbar und transparent sein. Die Anforderung ist hier nicht das Verbot, sondern die Nachweispflicht: Wer sagt, er verfolgt Net Zero, muss zeigen können, wie.

Bereits 2024 hatte der Bundesgerichtshof (BGH) in einem wegweisenden Urteil (I ZR 98/23) entschieden, dass klimabezogene Werbeaussagen klar, transparent und nachprüfbar sein müssen. Die EmpCo verankert diese Anforderungen nun verbindlich im Wettbewerbsrecht. Die Green Claims Directive, die ursprünglich eine ex-ante-Prüfpflicht einführen sollte, befindet sich seit Juni 2025 auf Eis. Die EmpCo dagegen kommt mit Sicherheit.

Die richtige Antwort hängt von der Ebene ab

Die EmpCo schränkt produktbezogene Compensation Claims ein. Net Zero ist darauf keine Antwort, weil Net Zero auf Produktebene schlicht nicht existiert. Wer die Lösungen verwechselt, schafft neue Risiken. Die entscheidende Frage lautet: Auf welcher Ebene liegt das Problem?

Auf Produktebene braucht es entweder eine nachgewiesene Emissionsreduktion im Produktlebenszyklus, belegt durch eine Lebenszyklusanalyse (LCA), oder den Wechsel zu einem Contribution Claim. Statt „dieses Produkt ist klimaneutral" lautet die Aussage dann sinngemäß: „Bei der Herstellung reduzieren wir Emissionen kontinuierlich. Zusätzlich finanzieren wir zertifizierte Waldumbauprojekte in Deutschland." Kein Neutralitätsversprechen, aber eine ehrliche und regulatorisch robuste Aussage.

Auf Unternehmensebene ist Net Zero nach SBTi der strategisch überlegene Rahmen. Er verlangt wissenschaftsbasierte Reduktionspfade über alle Scopes, schließt Kompensation als Hauptinstrument aus und ist auf die Anforderungen von Investoren, Einkäufern und Regulierern ausgerichtet. Wer auf Unternehmensebene glaubwürdig kommunizieren will, braucht diesen Rahmen nicht als Marketingaussage, sondern als operative Grundlage.

Die Ebenen klar zu trennen ist keine Formalie. Sie ist die Voraussetzung dafür, dass Klimakommunikation rechtlich hält und intern konsistent ist.

Drei Fragen, um den eigenen Stand zu prüfen

Bevor Sie Klimakommunikation überarbeiten, lohnen sich drei ehrliche Fragen:

  1. Reduzieren Sie Emissionen strukturell, oder gleichen Sie primär aus?
  2. Wissen Sie für jeden Climate Claim, ob er sich auf Produkt- oder Unternehmensebene bezieht, und haben Sie die jeweils passende Nachweisgrundlage?
  3. Würde Ihr Claim auch dann überzeugen, wenn das Wort „neutral" nicht darin vorkommt?

Bleibt eine dieser Fragen offen, fehlt strategische Substanz.

Wo es beginnt: Mit dem eigenen CO₂-Fußabdruck

Glaubwürdige Klimakommunikation beginnt nicht mit einem Claim, weder auf Produkt- noch auf Unternehmensebene. Sie beginnt mit einer Zahl.

Wie hoch sind die Emissionen entlang des Produktlebenszyklus? Wie hoch sind die Scope-1-, Scope-2- und Scope-3-Emissionen des Unternehmens insgesamt? Welche davon lassen sich tatsächlich vermeiden? Solange diese Fragen offen sind, bleibt jede Klimastrategie eine Behauptung und jeder Claim ein Risiko. Erst wenn Sie wissen, wo Emissionen entstehen, können Sie priorisieren, in die richtigen Maßnahmen investieren und auf der richtigen Ebene glaubwürdig kommunizieren.

Wir unterstützen Unternehmen bei der vollständigen CO₂-Fußabdruck-Berechnung entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Nicht als Reporting-Pflicht, sondern als Grundlage für echte Reduktion und belastbare Kommunikation, auf Produkt- und auf Unternehmensebene.

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

Darf man nach 2026 noch mit Klimaneutralität werben?

Auf Produktebene nur noch unter strengen Bedingungen: Ab September 2026 verbietet die EmpCo produktbezogene Claims, die ausschließlich auf CO₂-Kompensation beruhen. Wer ein Produkt weiterhin als klimaneutral bewerben will, muss eine nachgewiesene Emissionsreduktion im Produktlebenszyklus vorweisen, nicht nur Zertifikate. Eine robustere Alternative ist der Wechsel zu einem Contribution Claim. Auf Unternehmensebene bleibt Klimaneutralitätskommunikation möglich, muss aber ebenfalls transparent und belegbar sein.

Gilt die EmpCo auch für unsere Unternehmenskommunikation, oder nur für Produkte?

Die EmpCo richtet sich primär an produktbezogene Claims gegenüber Endverbrauchern. Unternehmensweite Klimakommunikation, etwa Ziele, Strategien oder Nachhaltigkeitsberichte, fällt nicht automatisch unter dasselbe Verbot. Allerdings müssen auch solche Aussagen klar, transparent und nachprüfbar sein. Parallel verschärfen CSRD-Berichtspflichten und Lieferkettensorgfalt die Anforderungen auch im B2B-Bereich.

Was ist ein Contribution Claim, und wann ist er die bessere Wahl?

Ein Contribution Claim kommuniziert die Finanzierung eines Klimaschutzprojekts als zusätzlichen Beitrag, der ausdrücklich von der eigenen Emissionsreduktion getrennt ist. Auf Produktebene ist er die regulatorisch robustere Alternative zum Neutralitäts-Claim: Statt „dieses Produkt ist klimaneutral" lautet die Aussage sinngemäß „bei der Herstellung reduzieren wir Emissionen und finanzieren zusätzlich zertifizierte Klimaschutzprojekte". Das ist ehrlicher und hält auch nach 2026 stand.

Was ist der Unterschied zwischen Net Zero und Klimaneutralität?

Klimaneutralität gleicht Emissionen bilanziell durch Kompensation aus und kann auf Produkt- oder Unternehmensebene kommuniziert werden. Net Zero ist ausschließlich ein Unternehmensrahmen: Er priorisiert systematische Emissionsreduktion entlang der gesamten Wertschöpfungskette (Scope 1, 2 und 3) und lässt Kompensation nur für unvermeidbare Restemissionen zu, nach einer Reduktion von mindestens 90 bis 95 Prozent. Einen anerkannten Net-Zero-Standard auf Produktebene gibt es nicht.

Was verlangt der SBTi Net Zero Standard konkret?

Unternehmen müssen wissenschaftsbasierte Emissionsreduktionsziele setzen, die im Einklang mit dem 1,5-Grad-Pfad stehen. Das umfasst Scope 1, 2 und 3. Fortschritte müssen transparent dokumentiert und regelmäßig berichtet werden. Kompensation durch hochwertige Carbon Removal ist erst zulässig, wenn die Restemissionen weniger als 5 bis 10 Prozent des Ausgangswerts betragen. Der Standard gilt für Organisationen, nicht für einzelne Produkte.

Fazit

Die Frage ist nicht mehr, ob sich Klimakommunikation verändert, sondern wie schnell Unternehmen reagieren und auf welcher Ebene. Mit der EmpCo ab September 2026 ist der regulatorische Rahmen für Produktclaims klar: Compensation Claims ohne nachgewiesene Reduktion im Produktlebenszyklus werden rechtlich angreifbar. Die Antwort darauf ist nicht Net Zero, sondern eine LCA-gestützte Emissionsreduktion oder der Wechsel zu einem Contribution Claim.

Net Zero nach SBTi ist die strategische Antwort auf Unternehmensebene. Er verlangt mehr, bietet aber auch mehr: einen wissenschaftsbasierten Reduktionspfad, regulatorische Zukunftssicherheit und eine Kommunikation, die auch unter Prüfung standhält. Wer beide Ebenen klar trennt und auf jeder die richtige Grundlage schafft, kommuniziert nicht nur regelkonform, sondern glaubwürdig.

Wenn Sie wissen möchten, wo Ihre Emissionen entstehen und wie ein belastbarer Ansatz für Ihr Unternehmen und Ihre Produkte aussieht, sprechen Sie uns an.

Quellen

Regulatorik

1. Empowering Consumers Directive (EmpCo) – EU-AmtsblattRichtlinie (EU) 2024/825 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 28. Februar 2024https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX%3A32024L0825

2. Bundestag beschließt EmpCo-Umsetzungsgesetz (Dezember 2025) – Hook-QuelleSAIM: EmpCo-Richtlinie: Was 2026 für Green Claims gilthttps://saim.de/content-hub/blog/empco-richtlinie-directive-verbraucher/(Hinweis: Enthält die Meldung zum Bundestags-Beschluss vom 19. Dezember 2025)

3. BGH-Urteil „klimaneutral" – Pressemitteilung des BGHBGH, Urteil vom 27. Juni 2024 – I ZR 98/23https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2024/2024138.html

Standards

4. SBTi Corporate Net-Zero Standard V1.3 (September 2025)Science Based Targets initiativehttps://sciencebasedtargets.org/net-zero(Volltext als PDF: https://files.sciencebasedtargets.org/production/files/Net-Zero-Standard.pdf)

5. SBTi BVCM-Bericht: „Above and Beyond" (Februar 2024)Science Based Targets initiativehttps://sciencebasedtargets.org/beyond-value-chain-mitigation(Volltext: https://files.sciencebasedtargets.org/production/files/Above-and-Beyond-Report-on-BVCM.pdf)

6. ISO 14068-1:2023 – Klimaneutralität (ersetzt PAS 2060 seit Januar 2025)International Organization for Standardizationhttps://www.iso.org/standard/43279.html(Erläuterung auf Deutsch: https://www.sgs.com/de-de/services/verifizierung-nach-iso-14068-1-klimaschutzmanagement-ubergang-zu-netto-null-co2-neutralitat)

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Über die Autor:in

Dr. Christine Rzepka ist seit 2023 als Chief of Staff bei Pina Earth unter anderem für das Marketing und die Kommunikation der Klimaschutzprojekte verantwortlich. In ihren Artikeln teilt sie Empfehlungen und praxisnahe Einblicke zur glaubwürdigen Nachhaltigkeitskommunikation und gibt Einblicke in Pina Earths technologiebasierten Ansatz für regionalen Klimaschutz. Bevor sie zu Pina Earth kam, arbeitete sie in anderen Start-ups im FinTech und EdTech Bereich, in der Technologieberatung und in der Wissenschaft als Teil ihrer Promotion in Wirtschaftsinformatik.

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