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Aktualisiert am:
February 13, 2026

Pina Earth Projekte unter dem Wald-Klimastandard: ICROA Conditional Endorsement als Qualitätssignal

Autor:in:
Dr. Christine Rzepka

Die wichtigsten Erkenntnisse aus diesem Artikel

  • Die eva foundation, Trägerorganisation des Wald-Klimastandards (WKS), hat ein ICROA Conditional Endorsement erhalten.
  • Der WKS erfüllt damit zentrale internationale Qualitätskriterien des International Carbon Reduction and Offset Alliance Code of Best Practice.
  • „Conditional“ bedeutet: Die grundlegenden Anforderungen sind erfüllt, weitere definierte Entwicklungsschritte folgen.
  • Für Unternehmen entsteht ein klarer Referenzrahmen für Transparenz, Zusätzlichkeit und externe Prüfung.
  • Mit dem Conditional Endorsement erhalten die nach dem Wald-Klimastandard entwickelten Klimaschutzprojekte von Pina Earth ein weiteres Qualitätsgütesiegel.

Warum braucht es Qualitätssiegel wie ICROA?

Der freiwillige Kohlenstoffmarkt hat keinen Vertrauensvorschuss mehr. Unternehmen stehen zunehmend unter Beobachtung: Aufsichtsrat, Öffentlichkeit und Medien hinterfragen die Qualität einzelner Projekte. Nachhaltigkeitsverantwortliche müssen erklären, warum sie ein bestimmtes Projekt auswählen. In Gesprächen hören wir immer wieder dieselbe Frage: „Woran erkennen wir, dass ein Projekt qualitativ hochwertig und vertrauenswürdig ist?" 

Genau hier setzen unabhängige Prüfinstanzen an. Die International Carbon Reduction and Offset Alliance (ICROA) prüft Standards im freiwilligen Kohlenstoffmarkt nach strengen Kriterien. Das Qualitätssiegel bestätigt, dass ein Standard als vertrauenswürdig gilt und anerkannten Qualitätssicherungs- und Best Practice Rahmen entspricht. Projekte, die unter diesem Standard entwickelt werden, entsprechen damit etablierten Integritäts- und Qualitätskriterien. Beispielsweise bestätigt das ICROA Endorsement, dass alle CO2-Zertifikate in einem öffentlichen Register gelistet sind und von unabhängigen Stellen validiert und verifiziert werden.

Standards geben im freiwilligen Kohlenstoffmarkt die Regeln vor, nach denen Klimaschutzprojekte entwickelt, geprüft und zertifiziert werden. Damit schaffen sie Vergleichbarkeit und Glaubwürdigkeit. Konkret hat ein Standard folgende Kernfunktionen:

  • Methodische Grundlage: Der Standard gibt Anforderungen an Baseline-Szenarien, Additionalität, Permanenz, Leakage und Monitoring fest.
  • Qualitätssicherung: Akkreditierte Drittparteien werden für die unabhängige Validierung und Verifizierung der Projekte beauftragt.
  • Transparenz und Nachverfolgbarkeit: Alle Projekte und CO2-Zertifikate werden in einem öffentlichen Register gelistet. Alle Stilllegungen werden dort dokumentiert und sichtbar gemacht, sodass Doppelzählung vermieden wird.
  • Risikomanagement: Ein Risikopuffer bei Projekten sichert Projekte vor Umweltrisiken ab, sodass auch Käufer zusätzlich vor einem Zertifikatsausfall geschützt werden.
  • Marktvertrauen und Vergleichbarkeit: Standards bilden eine institutionelle Vertrauensinstanz zwischen Projektentwicklern, Käufern und weiteren Stakeholdern. Unternehmen können so Zertifikate erwerben, die nachweislich bestimmten Qualitätskriterien entsprechen und überprüfbar sind.

ICROA  prüft einen Standard unter anderem auf deren Unabhängigkeit, transparente Governance-Strukturen, unabhängige Validierung und Verifizierung durch qualifizierte Prüfstellen sowie den Nachweis der Zusätzlichkeit und Dauerhaftigkeit der Emissionsreduktionen. Damit lassen sich Projekte messbar einordnen.

Neben ICROA gibt es auch weitere Qualitätsrahmen, die die Qualität eines Standards prüfen und bestätigen. Der ICVCM zum Beispiel vergibt das Core Carbon Principles (CCP) Label für konforme Programme und Methodiken.

Daneben stellen Unternehmensstandards wie die VCMI (Voluntary Carbon Markets Integrity Initiative) oder SBTi (Science Based Targets Initiative) Regeln auf, wie Unternehmen CO2-Zertifikate verwenden und kommunizieren dürfen. Ebenso gibt es Projekt-Rating-Agenturen, die einzelne Projekte bewerten. Mehr Informationen zu den einzelnen Qualitätsrahmenwerken geben wir gerne in einem gemeinsamen Gespräch.

Was bedeutet das ICROA Conditional Endorsement konkret?

Das Conditional Endorsement der eva foundation hinter dem Wald-Klimastandard bestätigt, dass anerkannte Qualitätsanforderungen erfüllt sind. Das reduziert für Unternehmen ein zentrales Risiko: Reputationsschäden durch unzureichend geprüfte Klimaschutzprojekte. Die Klimaschutzprojekte von Pina Earth, die unter dem Wald-Klimastandard entwickelt werden, tragen damit ein zusätzliches, unabhängiges Qualitätssiegel.

Ein Conditional Endorsement bestätigt unter anderem, dass

  • Projekte durch FSC-, PEFC- oder ISO 14065-akkreditierte Prüfstellen validiert werden, sie müssen rechtliche und finanzielle Zusätzlichkeit nachweisen, und ein 15%-Permanenz-Puffer sichert gegen Waldschäden durch Extremwetterereignisse ab (Quelle: Application Report).
  • Anforderungen an Governance, Stakeholder-Beteiligung und die Vermeidung von Interessenkonflikten erfüllt werden. Beispielsweise darf ein Standard nicht aktiv an der Transaktion von CO2-Zertifikaten beteiligt sein.
  • Regeln, Methoden, und das CO2-Zertifikate-Register transparent nachvollziehbar sind und öffentlich eingesehen werden können.

Details dazu finden sich im ICROA Endorsement Review Criteria Dokument.

Das vollständige Endorsement wird erteilt, sobald mindestens 10 Projekte registriert und 100.000 verifizierte CO₂-Zertifikate ausgestellt wurden. Damit zeigt der Standard, dass er die nötige Marktpräsenz hat, um skalierbar im Markt zu agieren.

Für die eva foundation heißt das konkret: Methodik, Governance und Prozesse wurden unabhängig geprüft. Unternehmen, die CO₂-Zertifikate aus Projekten unter dem Wald-Klimastandard kaufen, wie denen von Pina Earth (Link zum Portfolio), erhalten damit eine Absicherung.

Das ist kein Marketinglabel, sondern eine geprüfte Qualitätsbestätigung. Für den Wald-Klimastandard heißt das: Methodik, Governance und Struktur wurden unabhängig geprüft. Unternehmen, die CO₂-Zertifikate aus Projekten unter diesem Standard kaufen, wie denen von Pina Earth, erhalten damit die Absicherung, dass sie nicht in einen isolierten regionalen Ansatz investieren, sondern in ein Projekt innerhalb eines international geprüften Qualitätsrahmens.

Europäische Klimaschutzprojekte im Wald lassen sich damit messbar einordnen.

Was macht Waldumbauprojekte unter dem WKS besonders?

Pina Earth hat unter dem Wald-Klimastandard die erste Waldumbau-Methode weltweit entwickelt. Damit wurde eine Methode akkreditiert, die auf die Anforderungen regionaler Ökosysteme in Europa angepasst ist: Drei Millionen Hektar Wald müssen allein in Deutschland umgebaut werden. Projekte, die unter der Waldumbau-Methode zertifiziert werden, verfolgen das Ziel, bestehende Waldbestände zu schützen und auf den Klimawandel vorzubereiten. So werden Wirtschaftswälder hin zu strukturdiversen Mischwäldern umgewandelt.

Wie funktioniert das?

  • Auswahl passender Projektflächen: Im ersten Schritt werden Projektflächen ausgewählt, die dringend umgebaut werden müssen. Typischerweise handelt es sich dabei um Monokulturflächen, in denen eine Baumart dominant ist.
  • Maßnahmen festlegen: Gemeinsam mit den Waldbesitzern werden Maßnahmen festgelegt, die zum Wald und Standort der Projektfläche passen. Mit einer Mischung aus Pflanzung, Saat und Naturverjüngung werden standortgerechte Baumarten gezielt eingebracht. Gleichzeitig legt der Waldbesitzer einen Plan für die Pflege und den Schutz der Waldflächen fest.
  • Das Ziel ist ein horizontal (verschiedene Baumarten) und vertikal (verschiedene Altersstrukturen) durchmischter Wald, der an den Klimawandel angepasst wird. Bestände werden so strukturiert, dass sie Trockenheit, Sturm und Schädlingsdruck besser standhalten.

Aus Monokulturen werden resiliente Mischwälder

Das geschieht nicht innerhalb eines Jahres, sondern ist ein jahrzehntelanger Prozess. Besonders zu Beginn sind größere Investitionen notwendig, um den Grundstein zu legen.

Wer in solche Klimaschutzprojekte im Wald investiert, finanziert daher keine kurzfristige Maßnahme, sondern strukturelle Veränderung.

"Unternehmen, die als Teil ihrer Klimastrategie in zertifizierte Klimaschutzprojekte investieren, ist vor allem eines wichtig: greifbare Projekte, denen eine robuste, transparente und wissenschaftliche Methode zugrunde liegt. Unsere beiden erfolgreich abgeschlossenen Public Consultations sowie die externe Fachprüfung im Rahmen des Akkreditierungsprozesses unter dem Wald-Klimastandard hat dies bestätigt. Wir freuen uns sehr, dass nun auch der Standard selbst ein externes Qualitätssiegel durch ICROA erhält. So können wir Unternehmen unterstützen und die nötige Transparenz für den Markt schaffen."
— Leoš Paul Bloch, Head of Sales bei Pina Earth

Wie kann man Waldumbau in Deutschland unterstützen? 

Pina Earth entwickelt mehrere Waldumbauprojekte unter dem Wald-Klimastandard, ein Auszug ist auf dieser Karte zu finden:

Wenn Ihr europäische Klimaschutzprojekte im Wald in eure Klimastrategie integrieren möchtet, sind drei Fragen zu klären:

  • Welche Projekte sind aktuell verfügbar?
  • Welche Volumina lassen sich realistisch planen?
  • Wie sind Methodik, Monitoring und Reporting aufgebaut?

Diese Punkte besprechen wir transparent im direkten Austausch.

Vereinbart ein Gespräch und prüft mit uns, ob unsere Projekte zu eurer Klimastrategie passen.

FAQs

Was ist ICROA?

Die International Carbon Reduction and Offset Alliance ist ein Zusammenschluss von Marktteilnehmern im freiwilligen Kohlenstoffmarkt. Die Organisation definiert Qualitätskriterien für Standards und überprüft deren Einhaltung.

Ist der Wald-Klimastandard direkt von ICROA zertifiziert?

ICROA zertifiziert keine einzelnen Projekte. Geprüft werden Standards beziehungsweise deren Trägerorganisationen. Im Fall des Wald-Klimastandards betrifft das die eva foundation.

Was bedeutet "Conditional Endorsement"?

„Conditional“ bedeutet: Der Standard erfüllt die ICROA-Endorsement-Kriterien und steht vor dem Übergang zum vollständigen Endorsement. Dieser Übergang erfolgt, sobald mindestens 10 Projekte registriert und 100.000 CO2-Zertifikate ausgegeben wurden.

Wo kann ich Projekte von Pina Earth einsehen?

Alle Projekte sind öffentlich dokumentiert. Auf unseren Projektseiten finden Sie Informationen zu Flächen, Maßnahmen und Monitoring. Über das Wald-Dashboard können Sie Fortschritte transparent nachvollziehen.

Quellen

EVA Application Report

ICROA Endorsement Review Criteria

ICROA Code of Best Practice

ICVCM Core Carbon Principles

VCMI Claims Code of Practice

World Bank: State and Trends of Carbon Pricing

European Commission: Informationen zu EU-Rahmenbedingungen für nachhaltige Finanz- und Klimapolitik

Zukunftsausgabe Waldanpassung

Waldumbau-Methode

Europäische Klimaschutzprojekte in Ihre Strategie integrieren?

Wir sprechen gerne darüber, welche Projekte verfügbar sind, welche Volumina realistisch sind und wie Methodik, Monitoring und Reporting aufgebaut sind.

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Über die Autor:in

Dr. Christine Rzepka ist seit 2023 als Chief of Staff bei Pina Earth unter anderem für das Marketing und die Kommunikation der Klimaschutzprojekte verantwortlich. In ihren Artikeln teilt sie Empfehlungen und praxisnahe Einblicke zur glaubwürdigen Nachhaltigkeitskommunikation und gibt Einblicke in Pina Earths technologiebasierten Ansatz für regionalen Klimaschutz. Bevor sie zu Pina Earth kam, arbeitete sie in anderen Start-ups im FinTech und EdTech Bereich, in der Technologieberatung und in der Wissenschaft als Teil ihrer Promotion in Wirtschaftsinformatik.

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