Case Study
Aktualisiert am:
June 30, 2026

Wie der ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt Verantwortung für Restemissionen übernimmt

Autor:in:
Dr. Christine Rzepka

Die wichtigsten Erkenntnisse aus diesem Artikel

Der ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt verfolgt das Ziel, bis 2030 Net Zero zu erreichen. Da sich trotz konsequenter Emissionsreduktion nicht alle Emissionen vermeiden lassen, unterstützt der Regionalclub das regionale Waldklimaprojekt „Rosenau“ von Pina Earth. Der Klimabeitrag wird bewusst als Ergänzung zur eigenen Dekarbonisierungsstrategie verstanden – nicht als Kompensation oder „Freikauf“ von Emissionen.

Die Nachhaltigkeitsstrategie des ADAC NSA: Net Zero bis 2030

Der ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt e.V. unterstützt über 1,5 Millionen Mitglieder – von der Pannenhilfe bis zur Reiseplanung. Nachhaltigkeit ist dabei kein Einzelprojekt, sondern ein fester Bestandteil der Nachhaltigkeitsstrategie 2030.

Die Strategie verfolgt zwei zentrale Ziele:

  • Net Zero bis 2030: Emissionen konsequent vermeiden und reduzieren sowie ergänzende Klimaschutzmaßnahmen für unvermeidbare Restemissionen unterstützen.
  • Mitarbeitende befähigen: Nachhaltigkeit im Arbeitsalltag verankern und nachhaltiges Handeln fördern.

Seit April 2025 verantwortet Cornelia Wurm als Nachhaltigkeitsmanagerin diesen Bereich. Ihr Ziel ist es, Nachhaltigkeit konkret, transparent und messbar zu gestalten. Dazu gehören sowohl strukturelle Maßnahmen wie E-Ladesäulen als auch Formate wie der interne CSR-Tag, mit denen ökologische Themen Schritt für Schritt in der Unternehmenskultur verankert werden.

Cornelia Wurm, Nachhaltigkeitsmanagerin beim ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt e.V. (Bild: © Henning Scheffen)

Transformation trotz Komplexität: Wo der Dekarbonisierungspfad an Grenzen stößt

Das Ziel ist klar: Net Zero bis 2030. Um dieses zu erreichen, folgt der ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt e.V. einem klaren Prinzip: Vermeiden, Reduzieren und ergänzend Klimaschutz fördern.

Gleichzeitig zeigt der Dekarbonisierungspfad, dass sich nicht alle Emissionen heute vollständig vermeiden lassen. Herausforderungen bestehen unter anderem bei:

  • Indirekten Emissionen (Scope 3): Viele Emissionen entstehen in der vorgelagerten Lieferkette und können nur begrenzt beeinflusst werden.
  • Infrastruktur und Fuhrpark: Die Umstellung auf nachhaltigere Lösungen benötigt Zeit, Investitionen und passende Rahmenbedingungen.
  • Restemissionen: Ein Teil der Emissionen lässt sich derzeit technisch und wirtschaftlich noch nicht vollständig vermeiden.

Für den ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt e.V. war deshalb klar: Auch für diese Restemissionen soll Verantwortung übernommen werden. Voraussetzung war jedoch, dass ein ergänzender Klimabeitrag qualitativ hochwertig, transparent und strategisch sinnvoll ist.

Transparenz statt „Freikauf“: Die Qualitätskriterien für echte Wirkung

Der ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt e.V. wollte Klimaschutz nicht als „Freikauf“ von Emissionen verstehen oder kommunizieren. Deshalb definierte das Nachhaltigkeitsteam vor der Projektauswahl klare Qualitätskriterien.

Das unterstützte Projekt sollte:

  • zusätzlich sein und einen nachweisbaren Klimanutzen schaffen,
  • transparent in Methodik und Wirkung sein,
  • unabhängig geprüft und validiert werden,
  • langfristig angelegt sein,
  • sowie eine klare Abgrenzung zu klassischen Kompensationsversprechen ermöglichen.

Der Klimabeitrag wird deshalb bewusst als das kommuniziert, was er ist: ein zusätzlicher Beitrag zu einem geprüften regionalen Klimaschutzprojekt – nicht als Ausgleich oder „Freikauf“ eigener Emissionen. Die Emissionsreduktion im eigenen Unternehmen bleibt dabei weiterhin die oberste Priorität.

Regionaler Klimabeitrag statt anonymer Kompensation: Das Waldprojekt „Rosenau“

Mit dem Waldprojekt „Rosenau“ unterstützt der ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt e.V. den Waldumbau auf 214 Hektar in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen. Dort werden anfällige Monokulturen in klimaresiliente, artenreiche Mischwälder umgebaut.

Das Projekt verbindet langfristigen Klimaschutz mit regionalem Waldumbau und Biodiversität. Die Wirkung wurde durch den TÜV Nord geprüft und anhand des Waldklimastandards entwickelt. Über digitale Dashboards kann der ADAC den Projektfortschritt jederzeit nachvollziehen.

Für den ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt e.V. stand bei der Auswahl von Klimaschutzprojekten insbesondere die Regionalität im Fokus, um einen direkten Beitrag vor Ort zu leisten. Der Mehrwert geht damit über den Klimabeitrag hinaus. Der regionale Bezug schafft Transparenz und macht die Wirkung des Projekts für Stakeholder nachvollziehbar.

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Häufig gestellte Fragen

Warum unterstützt der ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt e.V. ein Waldklimaprojekt?

Trotz konsequenter Emissionsreduktion lassen sich heute nicht alle Emissionen vollständig vermeiden. Mit dem Waldprojekt „Rosenau“ unterstützt der ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt e.V. einen regionalen Klimabeitrag, der langfristigen Waldumbau, Biodiversität und Klimaschutz verbindet.

Ist der Klimabeitrag des ADAC eine CO₂-Kompensation?

Nein. Der ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt e.V. kommuniziert seinen Beitrag bewusst nicht als Kompensation oder „Freikauf“ eigener Emissionen. Der Beitrag ist eine ergänzende Klimaschutzmaßnahme für unvermeidbare Restemissionen – während die Reduktion eigener Emissionen weiterhin Priorität hat.

Was sind Restemissionen?

Restemissionen sind Emissionen, die trotz Vermeidungs- und Reduktionsmaßnahmen derzeit nicht vollständig vermieden werden können. Sie entstehen beispielsweise durch Bereiche, in denen technologische Lösungen oder notwendige Rahmenbedingungen für eine vollständige Dekarbonisierung noch fehlen.

Was bedeutet Net Zero?

Net Zero beschreibt einen Zustand, in dem ein Unternehmen seine Treibhausgasemissionen so weit wie möglich reduziert und verbleibende Emissionen durch geeignete Maßnahmen adressiert.

Mehr zum Unterschied zwischen Net Zero und Klimaneutralität erfahren Sie in unserem Beitrag: Net Zero vs. Klimaneutralität: Was ist der Unterschied?

Was ist das Waldprojekt "Rosenau"?

Das Waldprojekt „Rosenau“ von Pina Earth ist ein regionales Waldumbauprojekt in Sachsen-Anhalt. Auf 214 Hektar werden anfällige Monokulturen in klimaresiliente Mischwälder umgebaut. Die Wirkung des Projekts wurde durch den TÜV Nord geprüft und anhand des Waldklimastandards entwickelt.

Über die Autor:in

Dr. Christine Rzepka ist CEO von Pina Earth. In ihren Artikeln teilt sie Empfehlungen und praxisnahe Einblicke zur glaubwürdigen Nachhaltigkeitskommunikation und gibt Einblicke in Pina Earths technologiebasierten Ansatz für regionalen Klimaschutz. Bevor sie zu Pina Earth kam, arbeitete sie in anderen Start-ups im FinTech und EdTech Bereich, in der Technologieberatung und in der Wissenschaft als Teil ihrer Promotion in Wirtschaftsinformatik.

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